Liebe Gemeinde,

was die 3 großen Religionen Judentum, Christentum und Islam miteinander verbindet ist der Glaube an den einen Gott. In allen drei Religionen wird Abraham als der Stammvater unseres Glaubens angesehen. Was uns Christen aber von den beiden anderen Religionen wessentlich unterscheidet, ist der Glaube an den dreifaltigen Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Was uns Christen aber oft große Schwierigkeiten bereitet, ist die "Sache mit dem Heiligen Geist". Und dabei ist doch wohl im Leben der Kirche gerade der Heilige Geist die "Kraft", auf die wir keinesfalls verzichten können. Denn gerade aus und durch sein Wirken hatte die Kirche überhaupt die Chance zu überleben - und das nun schon durch zwei Jahrtausende. In der Apostelgeschichte erfahren wir sehr oft von diesem Wirken des Geistes, der der Kirche zu diesem besonderen Aufbruch in die Geschichte verholfen hat. Aber der Heilige Geist überfährt und zwingt niemanden zum Glauben. Sein Wirken hängt immer wieder von uns Menschen ab, ob wir mitziehen wollen oder uns lieber distanzieren. Die Geschichte der Kirche zeigt uns da viele Beispiele vom "Aufgang und Niedergang" des kirchlichen Lebens in der Zeitgeschichte. Und wo stehen wir zur Zeit? Im Auf oder Ab oder im Sich-dahin-Quälen? Neue Strukturreformen bringen uns nicht unbedingt auf die Straße des Erfolgess. Es sind eigentlich immer wieder die kleinen oft mühsamen Schritte des Einzelnen oder der auch noch so kleinen Gemeinde, sich begeistern zu lassen für Gott und somit für unseren Glauben. Vor drei  Wochen wurde jungen Christen unserer Gemeinde das Sakrament der Firmung gespendet. Und an diesem Sonntag geschieht dasselbe in Saalfeld. Bedeutet das auch einen Anschub für den Glauben in unserer Region? 
In der nächsten Woche findet in Münster der Katholikentag statt. Wird er mehr werden als nur ein  großes "Event"? Große und neue Pastoralkonzepte sind nicht unbedingt eine Garantie für die Zukunft der Kirche in unserem Land. Vielleicht könnten wir auch eines Jahres bzw. Tages wieder zum Missionsland werden, weil der Glauben bei uns am Erlöschen ist. Aber solange der "Docht" nicht erloschen ist, solange kann man auch die Hoffnung haben, dass das Feuer des Glaubens wieder neu auflodern könnte. Wir würden so gern eine lebendige Kirche in unserem Raum erhalten und miterleben.
Das wünscht sich auch 

Ihr Pfr. i. R. Joachim Vockrodt